Reise blog von Travellerspoint

Welcome to the Jungle

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Hallo zusammen

Wohl oder übel nähern wir uns dem Ende unserer Reise. Herzlich willkommen zu unserem letzten, offiziellen Blogeintrag.

In Medan angekommen checkten wir im Grand Central Medan Hotel ein. Ein, auf den ersten Blick, schickes Hotel im Zentrum der Stadt.
Doch nach einer Weile beschlich uns das Gefühl, dass dieses Hotel erst vor kurzem eröffnet wurde und zwar von Leuten die keine Ahnung davon haben wie man ein Hotel führt. Einiges kam uns eher ungewöhnlich vor. Zum Beispiel wurden wir über unser Zimmertelefon um 8 Uhr morgens darüber informiert, dass das Frühstückbuffet bereit sei. Das es ein Frühstückbuffet gibt, hat man un schon beim einchecken erzählt.
Na ja... Hier läuft halt alles ein wenig anders.

Schon vor unserer Ankunft in Medan informierten wir Regina Frey darüber, dass wir auf dem weg nach Sumatra sind. Regina Frey ist die Gründerin der Stiftung PanEco, bei der ich den grössten Teil meines Zivildienstes absolviert habe. Sie engagiert sich schon seit Jahrzenten für die Umwelt auf Sumatra. Insbesondere ihre Arbeit zur Erhaltung der selten gewordenen Orang Utans ist äusserst bemerkenswert. Regina gab uns Tipps und Tricks für unseren Aufenthalt und machte uns sogar Geschenke. Nochmals ein ganz grosses Dankeschön an dich, Regina.

Yayasan Ekosistem Lestari (YEL). So heisst die Organisation in Medan und fungiert als die Exekutive PanEco's. Im YEL sitzen die Leute, die an vorderster Schützerfront arbeiten. Zum Beispiel Dr. Ian Singleton, Leiter des Sumatra OrangUtan Schutzprogrammes (SOCP), der unter anderem dafür gesorgt hat das schon dutzende Orang Utans wieder in die Natur ausgewildert wurden. Vom YEL aus werden diverse Forschungsstationen, Auswilderungsstationen und eine Quarantänestation betrieben. Zur Quarantänestation komme ich später nochmas zurück.

Wer interessiert ist, kann auf folgender Page alles über die Orang Utan/Palmöl-Problematik lesen. Sie freuen sich bestimmt auch über neue Spender. :)
http://www.paneco.ch/sumatra-orang-utan-schutzprogramm/

Dani und Nicolas, zwei Zivis aus der Schweiz, die beim YEL arbeiten, haben sich uns angenommen und zeigten uns die Stadt.
Medan ist nochmal eine Spur lauter, dreckiger und wilder als die Städte, die wir auf Java gesehen haben. Ausserdem scheint es nirgends Trottoirs zu geben, was einen Spaziergang durch die Stadt eher unangenehm macht. Wir fanden dann heraus das Medan kulinarisch einiges zu bieten hat.
Dani wurde dann zu unserem Medanguide und mittlerweilen auch zu einem guten Freund.

Von Medan gings dann weiter über eine ziemlich holprige Strasse zwischen Palmölplantagen nach Bukit Lawang. Bukit Lawang befindet sich am Rande des Gunung Leuser Nationalparks. Mit einer Fläche von 11000 Quadratkilometer umfasst der Gung Leuser Nationalpark das grösste, noch verbleibende Stück Regenwald auf Sumatra. In diesem Nationalpark lebt heute der grösste Teil der noch verbleibenden Orang Utan Population. Nur rund 5000 sind es.

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Bukit Lawang ist das beliebteste Reiseziel auf Sumatra. Verständlich, denn es ist einer der wenigen Orte auf der Welt an dem man einem Orang Utan in freier Wildbahn begegnen kann. Auf unserer Tageswanderung durch den Dschungel haben wir so einiges gesehen. Thomas Leaf Monkeys, Gibbons, Makaken, Pfaue, Tausendfüssler, riesige Ameisen, Blutegel und natürlich Orang Utans. Wir hatten Glück den wir haben insgesammt 10 Stück gesehen! Die meisten davon gelten allerdings als Semiwild, was bedeutet, das sie sich Menschenkontakt eher gewöhnt sind weil sie mal in Gefangenschaft leben mussten.
Im Dschungel zu stehen und diese Tiere direkt vor uns zu haben, hat uns echt umgehauen. Wir sind dem ganzen gegenüber aber auch skeptisch eingestellt. Die Leute vom YEL haben uns erklärt, dass diese Art von Tourismus gefährlich für die Tiere und auch für die Menschen sein kann.
Da wir 97% unserer DNA mit der der Orang Utans teilen, besteht die Gefahr, dass wir ihnen Krankheiten übertragen. Ausserdem sind Orang Utans gefährlicher als man denkt. Sie können durchaus agressiv werden. Die meisten Leute haben keine Ahnung und gehen für ein Selfie schon gefährlich nahe ran. Nachdenklich gestimmt verliessen wir Bukit Lawang wieder.

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Zurück in Medan verabredeten wir uns regelmässig mit Dani zum Abendessen und ab und zu fürs Kino. Regina erlaubte uns dann die Quarantänestation zu besuchen. Dafür mussten wir aber zuerst ins Spital um zu checken ob wir kiene Tuberkulose haben. Eine der übertragbaren Krankheiten.

Auf der Quarantänestation werden die Orangutans aufgenommen, die aus Ihrer Gefangenschaft befreit werden. Danach werden sie über wieder daurauf vorbereitet selbstständig im Urwald überleben zu können. Wir freuten uns sehr über dieses Privileg, denn nur die wenigsten werden dort reingelassen.

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Danach durften wir uns den Orang Utan Haven anschauen welcher noch im Aufbau ist. Im Orang Utan Haven sollen eines Tages Orang Utans aufgenommen werden die nicht mehr fähig sind selbstständig im Urwald zu überleben. Dani, der Zivi, arbeitet hauptsächlich daran. (Ein hoch auf die Zivis!!:)).

Von Medan aus ging unser Flug nach Pulau Weh. Eine kleine Insel im Norden von Sumatra. Dort verbrachten wir fünf Tage in einem Bungalow am Strand. Die Hotelanlage gehöret einem total gut gelaunten Südafrikaner namens Freddy, welcher uns jeden Abend hervorragend bekocht hat. Auf Pulau Weh waren wir vorallem am schnorcheln. Leider wurden die meisten Koralenriffe vom Tsunami 2004 stark beschädigt. Eines jedoch war aber trotzdem ausserordentlich schön.
Pulau Weh gehört zur Provinz Aceh im Norden von Sumatra. In Aceh herscht das Scharia Gesetz. Während man in Indonesien viele Frauen ohne Kopftuch sieht, scheint es kaum welche ohne Kopftuch in Aceh zu geben. Die Regeln sind generell ein wenig strenger. An den wenigsten Stränden war es erlaubt nur in Badehose/Bikini zu baden.
Nach einer entspannten Woche auf Pulau Weh gings zurück nach Medan.

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Zum Abschluss durften wir, ob mans glaubt oder nicht, doch noch einen Vulkan sehen. Wie es einigen vielleicht aus früheren Blogeinträgen noch bekannt ist, haben sich die meisten Vulkane auf unserer Reise vor uns versteckt oder irgendwas Anderes hinderte uns daran sie zu sehen.
Zusammen mit Dani gings rauf auf den Vulkan Sibayak. Wir genossen wunderschöne Ausblicke auf den benachbarten Vulkan Sinabung und umrundeten den Krater, der konstant stinkendes Gas ausströmte

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Unser Picknick auf dem Berggipfel war dann was ganz besonderes. Der gute Dani teilte mit uns sein schweizer Frässpäckli. Wir wussten gar nicht wie sehr wir vorallem unser schweizer Käse vermisst haben!

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In Medan verbringen wir noch ein paar Tage bevor wir dann nach Singapur fliegen und schlussendlich den Heimflug antreten.
Ein abschliessender Eintrag wird noch folgen.

Danke fürs lesen und bis bald

Eingestellt von fredara 05:07 Archiviert in Indonesien

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Kommentare

Wieder einmal hab ich mit grosser Freude euern spannenden Bericht gelesen. Vielen Dank das wir so an eurer Reise teilnehmen durften. Ich freue mich riesig wenn ihr bald wieder zu Hause seid. Ganz liebe Grüsse Claudia

von Claudia.dell

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